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Luci,
26 Juni 2007
Germany
Metten
Nun schon fast eine Woche zu Hause in meiner Heimat wird’s doch mal Zeit, den vielleicht letzten Eintrag hier zu schreiben…
Zuerst mal: ich bin sehr gut angekommen – wenn wir auch ziemlich Verspätung hatten in Bamako, weil die sich unglaublich Zeit ließen, das Kerosin zu liefern und wir somit erst 40 Minuten später starten konnten; tja, vielleicht auch ein bisschen typischer Abschied von Afrika
. Dann haben wir natürlich alle den Anschlussflug in Paris verpasst, aber wenn Afrika eine Frucht gebracht hat, dann war es „locker bleiben“, alles halb so schlimm – nimmt man halt den nächsten. Der Abend meines Abschieds war wirklich ein Abschied mit ALLEM was man sich vorstellen kann – mit ALLEM, was so „typisch Mali“ für mich geworden ist: noch ein Mädchen bei dem die Wehen begannen und die ins Krankenhaus gefahren werden musste, dann noch das Auto kaputt und später dann auch kein Autofahrer, der mich zum Flughafen bringen konnte (weil die mit Führerschein alle ausgeflogen waren) – ja, aber typisch Mali: locker bleiben, irgendwie improvisieren und das beste draus machen, es findet sich ja sicher gleich eine Lösung…schließlich ist alles gut gegangen und wir haben alles irgendwie arrangiert…und wir sind zum Flughafen gefahren nicht ohne noch vorher im „geliebten“ Quartier Mali vorbeizuschauen, um noch bei dem Mädchen, das nun vor der Geburt stand, nach dem Rechten zu sehen…echt ein super Abschied für mich mit allem was dazugehört 
Ich hab mich schon vorher lange gefragt, wie es werden wird, diese „neue“ Welt in Europa zu betreten und als erstes fielen mir schon am Flughafen die Gesichter von „uns“ Weißen auf: irgendwie im Vergleich zu den Afrikanern etwas trauriger und ausdrucksloser…ja, aber ich hab mich dann echt gefreut, wieder zu Hause zu sein – ich glaub durch so ne Zeit im Ausland lernt man ganz neu die eigene Kultur schätzen. Und was mir am meisten aufgefallen ist und worüber ich mich am meisten gefreut habe: diese frische Luft und diese Ruhe, die es hier bei uns hat – die Frische der Natur ist mir wirklich abgegangen;
Ja, jetzt bin ich grad langsam am Einleben und einerseits ist Mali schon ein bisschen weit weggerückt, dennoch merk ich, dass ich ganz viel im Herzen trag, was ich hoffe, nie mehr zu vergessen: die vielen wertvollen Erlebnisse und Momente, die mein Leben echt geprägt haben und wahrscheinlich noch nachhaltig prägen werden. Und ich glaub erst die Zeit im Nachhinein wird zeigen, wie wertvoll diese Zeit in Afrika war.
Ich möchte an dieser Stelle noch einen Dank loswerden: einerseits an Euch alle, dass ihr meine Zeit in Mali hier auf dieser Seite „verfolgt“ habt – das war eine große Freude für mich, weil es einem das Gefühl, das ganze nicht allein durchzutragen.
Als nächstes (und ich hoffe, ich kann Euch auch noch persönlich danken) vielen Dank für die vielen Gebete für mich und das Haus und nicht zuletzt die vielen Geld- und Sachspenden, die von Euch kamen. Es hat mich wirklich unglaublich berührt, zu sehen, wie viele Hilfen durch einige von Euch kamen und wie wichtig das für das Haus war.
Ja, und zuletzt möchte ich noch denen danken, die mich dieses Jahr begleitet haben. Bei den Geschwistern der Gemeinschaft hab ich schon persönlich getan, somit möcht ich mich hier an „meine“ Mädels wenden. Sie werden dies niemals lesen, aber weil ich es ihnen nicht persönlich sagen konnte, da ich ihre Sprache nicht spreche, möchte ich es hiermit symbolisch tun:
Liebe Awa, Fatoumata, Aischata, Kadiatou, Safiatou, Adiantou, Assa, Maï, Tata, Salimata, Aminata, Mariam, Korotoumou, Oumou, Bintou, Binta, Orokia, Mah, Sempte…und wie ihr alle geheißen habt – Euch möchte ich ganz besonders danken für die Zeit mit Euch. Danke für die Zeiten, die wir zusammen verbracht haben, oft nebeneinander, ohne die gleiche Sprache zu sprechen aber trotzdem eine sehr innige „Kommunikation“ hatten. Danke für Eure Freude, die ihr trotz Eurer Situation bewahrt und weitergegeben habt. Durch Euch hab ich gelernt, sich am Leben zu freuen, die kleinen Dinge des Lebens wahrzunehmen und zu schätzen, viele Probleme nicht so ernst zu nehmen, über vieles zu lachen, locker zu bleiben und sich keine Sorgen zu machen (ich weiß aber nicht, ob ich das so richtig geschafft hab
); ich hab gelernt, zu warten und „Zeit zu verschwenden“ (die aber nie umsonst, sondern im Gegenteil sehr wertvoll war); durch Euch und Eure Babys hab ich immer wieder über das Geschenk des Lebens staunen können und was es bedeutet, „Mutter“ zu sein; ich hab durch Eure Kultur ein Stück von Afrika kennen gelernt. Aber ich glaub auch, durch Euch hab ich ein Stück mehr vom Leben gelernt. Auch wenn wir uns wahrscheinlich nie mehr sehen werden, so bleiben die Freundschaften, die zwischen uns (fast ohne Worte) entstanden sind, in meinem Herzen und ohne dass ihr es wisst, wird jede einzelne von Euch mit ihrer eigenen Geschichte mein Leben irgendwie prägen und vielleicht noch später begleiten…terimuso, i ni ce!
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Kommentare zu diesem Eintrag
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The adventure has finished!Kommentare zu diesem Eintrag
26 Juni 2007
Schšn, wie die EindrŸck sich Šhneln bei allen, die eine gewisse Zeit in Mali verbracht haben...
Es war sehr nett, deine Erlebnisse so lebendig mitverfolgen zu dŸrfen. Du warst echt flei§ig. Vieles ist mir bekannt vorgekommen, anderes auch nicht.
Ich wŸnsche dir alles Gute fŸr deinen neuen Start in Europa. Eine solche Auslandserfahrung schenkt dem Leben in vielem ganz tiefe neue Dimensionen. Aber wie du sagst, die ganze Tiefe erkennt man aber erst mit der Zeit... 
Ich wŸrde mich freuen, wenn wir uns vielleicht im Sommer (wenn du wieder gut eingelebt bist) vielleicht einmal treffen kšnnten. Das wŠr echt nett...
glg aus …sterreich!
Magdalena
26 Juni 2007
... da fehlen einem die Worte ... ich kann so mit fühlen, was du meinst...
Herzliche Willkommen zu Hause, liebste Luci!
2 Juli 2007
Heey Luci is wieder da!!!
Jippi!!! Freu mich dich mal wieder bei FCKW zu sehen. GBY!
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